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Matthias Fuchs ist am 3. November 1939 in Hannover geboren und am 31. Dezember 2001 in Hamburg gestorben. Er war ein deutscher Schauspieler.

Leben

Anfänge und erste Filmrollen

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Matthias Fuchs (1999)

Fuchs Eltern waren Schauspieler. Im Alter von neun Jahren stand er erstmals auf einer Theaterbühne, am Ballhof in Hannover in dem Theaterstück Der Tod im Apfelbaum von Paul Osborn. Am Theater arbeitete Fuchs zunächst in der Statisterie, als Requisiterie und als Beleuchter. Nebenbei nahm er Schauspielunterricht, unter anderem bei dem Charakterschauspieler Peter Lühr.

Bekannt wurde Fuchs in den 50ern als Darsteller des Ethelbert in der Filmserie Immenhof an der Seite von Angelika Meissner, Heidi Brühl und Raidar Müller. Im Laufe der Handlung verkörperte Fuchs in seiner Rolle die Wandlung vom hochnäsigen, „verwöhnten Großstadtlümmel“, über den „kernigen Naturbuschen“ bis zum verantwortungsbewussten jungen Mann, der mit seinem reichen Onkel die Rettung des Ponyhofs vor dem finanziellen Ruin in seine Hand nimmt.[1] Die Popularität der Immenhof-Filme machte Fuchs zum Teenie-Idol seiner Generation; zahlreiche Titelbilder in der Zeitschrift Bravo dokumentierte dies. 1959 war er unter der Regie von Alfred Weidemann in der Rolle des jungen, eher unmilitärischen Leutnants René Maria von Trotha in dessen Buddenbrooks-Verfilmung. Mit seiner Darstellung des Lehrlings Klaas Henning in der märchenhaften Komödie Der Engel, der seine Harfe versetzte von Kurt Hoffman überzeugte er das Filmpublikum und die Filmpresse. Er wurde 1959 dafür mit dem Bundesjugendfilmpreis ausgezeichnet.

Theater

Fuchs Popularität im Film der 50er ermöglichte ihm den Weg auf die Theaterbühne. Anfangs wurde er hauptsächlich im Rollentypus des „Jugendlichen Liebhabers“ und „Jungen Helden“ eingesetzt, dann entwickelte er sich zu einem der angesehensten Charakterdarsteller des deutschsprachigen Theaters. Sein erstes Bühnenengagement erhielt er am Theater in der Josefstadt in Wien, wo er von 1962 bis 1964 festes Ensemblemitglied war. Dort spielte er unter anderem den Romeo in Romeo und Julia und den Ferdinand in Kabale und Liebe. Es folgten ein weiteres Festengagement am Staatstheater Hannover. Dort trat er unter anderem als Titus Feuerfuchs in der Nestroy-Posse Der Talisman, als Mercutio in Romeo und Julia und in der Titelrolle von Friedrich Schillers Schauspiel Don Carlos auf. Von 1968 bis 1970 war er an den Bühnen der Stadt Köln engagiert; dort spielte er unter anderem die Titelrolle in Kaspar von Peter Handke und trat in Drei Schwestern in einer Inszenierung von Rudolf Noelte auf.

1970 debütierte er bei den Salzburger Festspielen. Dort übernahm er den Laertes in Hamlet in einer Inszenierung von Oskar Werner, der Fuchs Vorbild als Schauspieler war. 1971 wurde Fuchs festes Ensemblemitglied an den Städtischen Bühnen Frankfurt; dort blieb er bis 1979. Zu seinen Bühnenrollen gehörten dort unter anderem Troilus in Troilus und Cressida, die Titelrolle in Der Marquis von Keith von Frank Wedekind, Melchior Gabor in Frühlings Erwachen, der Prinz in Die Unbeständigkeit der Liebe von Marivaux und der Junker Bleichenwang in Was ihr wollt.

1979 gastierte er am Düsseldorfer Schauspielhaus. Unter der Regie von Peter Löscher, mit dem ihn eine Arbeitsfreundschaft verband, spielte er, an der Seite von Charlotte Schwab als Amalia, den Karl Moor in Schillers Trauerspiel Die Räuber. Ein weiteres Gastspiel folgte 1984 an der Freien Volksbühne Berlin als Rakitin in Ein Monat auf dem Lande von Iwan Turgenjew.

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Von 1981 bis zu seinem Tode war Fuchs dann fest am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg engagiert. Berühmt geworden sind insbesondere seine Arbeiten mit dem Regisseur Peter Zadek; so übernahm er 1988 in Zadeks fünfaktiger Lulu-Inszenierung, an der Seite von Susanne Lothar, die Rolle des Malers Eduard Schwarz. Weitere Rollen Fuchs in Hamburg waren die Titelrolle in Perikles, Gyges in Gyges und sein Ring von Friedrich Hebbel, Orgon in Tartuffe, Jupiter in Amphitryon, Leicester, den Fuchs „als schon etwas verblühten alternden Playboy“ und „ältlichen, nervösen Beau“ gab, in Maria Stuart, der Kurfürst in Der Prinz von Homburg, Schalimov in Sommergäste von Maxim Gorki und Philipp von Burgund in Die Jungfrau von Orleans 2000 spielte er in Merlin oder das wüste Land von Tankret Dorst in einer Inszenierung von Jossi Wieler. Fuchs letzte Rolle am Deutschen Schauspielhaus war 2001 in Roland Schimmelpfennings Theaterstücks Push Ups, in dem Fuchs noch drei Tage vor seinem Tod auf der Bühne stand.

Fuchs spielte am Deutschen Schauspielhaus neben seinen Auftritten im klassischen Theaterrepertoire auch in zahlreichen Theaterstücken moderner Dramatiker, so unter anderem in Werken von Tony Kushner und Peter Turrini.

Spätere Filme, Fernseharbeiten

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Bereits seit den 60ern hatte Fuchs für das Fernsehen gearbeitet. Häufig war er in Literaturverfilmungen oder in Adaptionen von Theaterstücken zu sehen. Später kamen Episodenrollen in zahlreichen Fernsehserien hinzu, unter anderem in Derrick, Der Alte, Peter Strohm, Der Fahnder und Wolffs Revier. In der RTL-Krimireihe Doppelter Einsatz war er zwischen 1997 und 2001 mehrfach als Rechtsanwalt Harald Manthey zu sehen.

Spätere Filmarbeiten entstanden mehrfach unter der Regie von Rainer Werner Fassbinder, der Fuchs unter anderem als Anarchist Horst Knab in Mutter Küsters Fahrt zum Himmel, als Arzt in der Fernsehserie Berlin Alexanderplatz und als Baudezernat Essslin in Lola. Fuchs gehörte neben Karlheinz Böhm, Adrian Hoven, Claus Holm und Rudolf Lenz zu den Stars der 50er, deren schauspielerisches Potential er für seine Filme zu nutzen versuchte.

In dem Spielfilm Die flambierte Frau spielte er Markus, den arroganten und selbstgefälligen Ehemann der weiblichen Hauptfigur Eva. 1995 verkörperte er den Arzt Dr. Machnik in dem „kammerspielartigen“ Kinofilm Der Totmacher.

Hörspiele und Sprechertätigkeiten

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Fuchs war auch Sprecher in Hörspielen. 1961 wirkte er unter der Regie von Gerth Westphal in einer Produktion von Anton Tschechows Drei Schwestern mit. Im selben Jahr war er, neben Gustl Halenke als Partnerin, der Ulanenleutnant Anton Hofmiller in einer Hörspielfassung von Stefan Zweigs Novelle Ungeduld des Herzens. Nach dem Tod von Peter Pasetti  verkörperte er von 1996 bis zu seinem Tode 2001 die Rolle des Erzählers in 39 Folgen der Hörspielreihe Die drei ???. Kurz vor seinem Tode sprach er den KZ-Kommandanten in dem von Konrad Halver produzierten Hörspiel Zeit der Unübertreffenlichkeit. Als Hörbuch nahm er die Short Story Unschuld von Harold Brodkey auf. Daneben war er als Sprecher in Fernsehdokumentationen zu hören.

Matthias Fuchs starb im Hamburger Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf an einer Lungenkrebserkrankung. Seine Tochter Maria Fuchs spielt seit 2008 die Rolle der Carla Saravakos in der ARD-Telenovela Rote Rosen.

Filmografie

Film

  • 1955: Die Mädels vom Immenhof
  • 1956: Der Meineidbauer
  • 1956: Der erste Frühlingstag
  • 1956: Hochzeit auf Immenhof
  • 1957: Ferien auf Immenhof
  • 1958: U 47 - Kapitänleutnant Prien
  • 1959: 2 x Adam, 1 x Eva
  • 1959: Buddenbrooks– 1. Teil
  • 1959: Buddenbrooks – 2. Teil
  • 1959: Der Engel, der seine Harfe versetzte
  • 1960: Mit 17 weint man nicht
  • 1960: Der liebe Augustin
  • 1962: Das Mädchen und der Staatsanwalt
  • 1962: Liebling, ich muß dich erschießen
  • 1963: Der Kardinal
  • 1975: Mutter Küsters Fahrt zum Himmel
  • 1977: Aus einem deutschen Leben
  • 1981: Lola
  • 1983: Die flambierte Frau
  • 1984: Das Arche Noah Prinzip
  • 1984: Decoder
  • 1985: Grottenolm
  • 1986: Der Sommer des Samurai
  • 1987: Der Madonna-Mann
  • 1988: Lulu
  • 1990: My Lovely Monster
  • 1992: Mau Mau
  • 1993: Durst
  • 1994: Der Verwaltungsoberinspektor
  • 1994: Rotwang muß weg!
  • 1995: Der Totmacher
  • 1996: Beim nächsten Kuß knall ich ihn nieder
  • 1997: Vorübergehend verstorben
  • 1998: 14/1 endlos
  • 1998: Hundert Jahre Brecht
  • 1998: Inner City Blues
  • 2000: Hilflos
  • 2001: Planet der Kannibalen
  • 2002: Prüfstand VII

​Fernsehserien

  • 1959: O Wildnis
  • 1962: Liebe im September
  • 1963: Das alte Hotel
  • 1964: Kolportage
  • 1964: Nach Ladenschluss
  • 1964: Tote ohne Begräbnis
  • 1966: Ulrich und Ulrike
  • 1971: Der Prokurator
  • 1974: Die letzten Tage von Gomorrha
  • 1975: Tatort
  • 1979: Wie Rauch und Staub
  • 1980: Berlin Alexanderplatz
  • 1981: Der Fall Mauritius
  • 1982: Die Frau im rosa Mantel
  • 1983: Mascha
  • 1987: Die Bombe
  • 1989: Wie du mir…
  • 1990: Derrick
  • 1990: Tatort
  • 1991: Lulu
  • 1992: Des Lebens schönste Seiten
  • 1992: Schloß Hohenstein
  • 1992: Tatort
  • 1992: Hamburger Gift
  • 1993: Vom Mörder und seiner Frau
  • 1994: Rosa Roth
  • 1995: Der Sandmann
  • 1996: Wenn ich nicht mehr lebe
  • 1997: Der stille Herr Genardy
  • 1997: Doppelter Einsatz
  • 1997: Kalte Küsse
  • 1998: Der Pirat
  • 1998: Tatort
  • 1998: Zur Zeit zu zweit
  • 1998: Der Dritte Weltkrieg
  • 1999: Das Schloß meines Vaters
  • 1999: Der Solist – Kein Weg zurück
  • 1999: Doppelter Einsatz
  • 1999: Drei mit Herz
  • 1999: Schwarzes Blut
  • 2000: Der Briefbomber
  • 2000: Deutschlandspiel
  • 2000: Schwiegermutter
  • 2000: Vor Sonnenuntergang
  • 2001: Doppelter Einsatz
  • 2001: Jud Süß – Ein Film als Verbrechen?
  • 2001: Mörderinnen
  • 2001: Nicht ohne dich
  • 2002: Der Pfundskerl – SOS Maria
  • 2002: Mord im Haus des Herrn

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